Patrizia Gapp . Harald Wilde
1070, Döblergasse 2
dazwischen
finale15
dazwischen
Harald Wilde


C-Prints


Ich sehe in den Rückspiegel. Ein Wagen klebt mir an der Stoßstange. Ich sehe auf den Tacho: 80 km/h. Entgegenkommende Fahrzeuge rauschen vorbei. Es ist ein kurzes, aber intensives Rauschen. Bedrohlich fühlt sich das an. Hinter mir hat sich eine Schlange gebildet. Von vorne fliegen sie im Sekundentakt daher. Ein kurzes Zeitfenster unterbricht den entgegenkommenden Strom. Das nützt man von hinten zum Überholen. Die Linie ist der kürzeste Weg von A nach B. Ein Zwischenraum. Die Tangente führt am Körper vorbei. Immerhin mit der Möglichkeit zum Absprung. Ich verstehe. Kein Ort für Betrachtungen.

Die B9, die A4 und B10 verbinden Wien mit Bratislava. Seit einem Jahr zwei EU-Hauptstädte. Bundesstraße und Autobahn verlaufen in einer Region, die augenscheinlich als Transitraum funktioniert.

Transitorische Räume sind gekennzeichnet durch örtliche, zeitliche und soziale Bezugslosigkeit. Bundesstraße und Autobahn werden in erster Linie von Passagieren frequentiert. Im Gegensatz zum Reisenden sind sie primär durch ihren Zielort definiert. Die steigende Perfektion der Transportsysteme hinsichtlich Komfort und Geschwindigkeit beseitigt Hindernisse und verunmöglicht die Begegnung mit dem Unvorhergesehenen.

In meiner Arbeit versuche ich diesen Fluss zu unterbrechen. Halt zu machen, um das Verborgene zu entdecken und mit dem Offensichtlichen zu vergleichen. Auf der Suche nach Orten am Nicht-Ort.


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